Welcome to 2013

Liebe Freunde,

kaum zu glauben, dass es schon laenger als einen Monat her ist, seitdem ich euch das letzte mal geschrieben habe. Hier nun also ein kleines Statusupdate.
Meine kleine Geschichte beginnt im letzten Jahr zu Weihnachten. Das Fest der Familie war diesmal ein Fest der Freunde. In Downtown haben wir alle beisammen gefeiert – 10 Leute waren wir zum Mittagessen und danach sind gegen Abend noch deutlich mehr Leute gekommen. Das Festessen war wirklich koestlich! Drei verschiedene Sachen standen auf dem Speiseplan. Typisch amerikanisch durfte natuerlich der Truthahn nicht fehlen. Ausserdem gab es Schinken und Lamm zur Auswahl. Und dazu natuerlich alle moeglichen Sorten an Gemuese. Ihr seht also, waehrend der Weihnachtszeit duerfte ich das ein oder andere Kilo zugelegt haben (zumindest theoretisch). Neben all den feinen Speisen gab es natuerlich auch einige feine Getraenke. Neben Rum, Whiskey, Bier und Wein gab es – mir zu Dank – auch Gluehwein.
Den Gluehwein haette es zu Weihnachten eigentlich nicht gebraucht, denn es war damals noch angenehm warm (ueber 0 Grad) und von Schnee keine Spur. Den haben wir dann erst zwischen Weihnachten und Silvester bekommen. Aber bei weitem nicht in dem Ausmass, wie in Ilmenau. Dafuer ist es derzeit ordentich kalt, die letzten paar Tage waren es immer unter -15 Grad.
Nach ein paar Tagen Arbeiten zwischen Weihnachten und Silvester ging es dann Last Minute nach Washington DC ueber Silvester. Das erste Mal in den USA! Leider bin ich in den vier Tagen nicht vom Tellerwaescher zum Millionaer geworden, aber gefallen hat es mir trotzdem gut. Angefangen hat der Ausflug mit einer langen Busreise, denn die Fluege vor Silvester waren alle ausgebucht bzw. vom Preis her utopisch. Nach gut einem halben Tag im Bus stand ich dann auf dem Boden der Hauptstadt. Und die ist so verschieden von Toronto! Keine Hochhaueser, dafuer alles schoen geplant und gross. Breite Strassen, viele Parks und Museen ueber Museen. Als Ingenieur ist mir natuerlich das Luft- und Raumfahrtmuseum besonders ans Herz gewachsen. Von den Luftfahrtpionieren bis hin zur Boing 747 und den Apollo-Missionen konnte man alles betrachten.
Beeindruckend waren auch all die Denkmaeler, allen voran das Lincoln-Memorial und Washington-Memorial. Und dort ist alles bequem zu erlaufen, da es alles dicht an dicht gebaut ist. Ansonsten ist die Stadt wohl nicht besonders aussagekraeftigt fuer die restlichen Staaten. Da werdet ihr dann mehr am Ende meines Praktikums erfahren, wenn es fuer mich ein paar Tage nach New York geht. Obwohl sich die New Yorker wohl auch als eigene Spezies beschreiben, wie ich letztens erfahren habe.
Die eigentliche Neujahrsnacht haben wir gar nicht in Washington verbracht, sondern in Old Alexandria ein paar Kilometer suedwestlich. Im Internet steht, dass es auf Grund der Sicherheitsvorkehrungen keine grossen Feuerwerke in Washington geben darf. Also ging es zuerst in ein Irish Pub und dort ein paar Guiness/Strongbow trinken, bevor wir dann das Feuerwerk mit einem Glas Sekt ueber dem Fluss angeschaut haben.
Viel zu schnell gingen die paar Tage vorbei und es ging wieder zurueck nach Toronto. Hier macht mir meine Arbeit immer noch viel Spass und mein Chef scheint auch sehr zufrieden. Letztes Wochenende habe ich ihm meinen vorlauefigen Praktikumsbericht geschickt und nachdem er ihn ueberflogen hat, gab es ein grosses Lob :-). Nun will er mich gern fuer das Masterstudium hier behalten. Dabei habe ich mich nun endlich letztes Wochenende in Edinburgh beworben. Drueckt mir die Daumen, dass das klappt! Letzten Freitag hatte ich meinen TOEFL-Englischtest, da warte ich im Moment auf das Ergebnis. Ein Saftaden ist das! An alle, die diesen Test noch machen muessen: speichert / macht ein Screenshort von allen Daten und der Score Recipients. Bei mir sind nach dem Test auf einem mal die falschen Unis aufgetaucht und nun muss ich mich mit denen rumaergern, dass die Ergebnisse an die richtigen Unis geschickt werden.
Zurueck zur Arbeit: Wenn alles klappt und ich gruenes Licht aus Ilmenau bekomme, werde ich meine Bachelorarbeit in den verbleibenden Monaten hier schreiben. Das waere sehr bequem, denn dann waere ich bis auf ein paar Praesentationen fertig mit dem Bachelor wenn ich Ende Mai zurueck nach Deutschland komme. Dann waere etwas Zeit zum Entspannen und Reisen!
Ja, sonst ist hier der Alltag eingekehrt, aber da habe ich nichts dagegen. Dienstag und Donnerstag Karate, am Wochenende dann immer was anderes mit meinen Freunden. Dieses Wochenende ist australischer Nationalfeiertag, dementsprechend wird hier ordentlich gefeiert. Gleich werde ich in einen dieser „Alkohol-Laeden“ gehen und Sekt fuer ein Sektfruehstueck kaufen (natuerlich Rotkaeppchen!). Dann gehen wir morgen in eine Bar und werden dort Mittagessen und ein paar Bierchen trinken. Und australische Plaetzchen werden wir noch heute backen – ihr seht, ich bin gut beschaeftigt. Deshalb hat es auch etwas laenger mit diesem Blog-Eintrag gedauert.
Dafuer bin ich eigentlich immer recht fleissig, euch bei Facebook zu schreiben. Es freut mich immer, von euch zu hoeren! Und noch mehr habe ich mich ueber die ganzen Postkarten gefreut. Einige von euch duerften zu bzw. kurz nach Weihnachten auch eine bekommen haben.
Nun ein kleiner Zeitsprung, denn vorm Wochenende hatte ich es doch nicht mehr geschafft, den Eintrag fertig zu schreiben. Der Straya-Day (kurz fuer Australia-Day) war fabelhaft. Die Bar war voller Australier und alle waren bestens gelaunt. Von drei Uhr nachmittags (ja, die Australier fackeln nicht lang mit trinken) bis um Mitternacht haben wir dort verbracht. Und es war eine coole Location – im Sommer Terasse, jetzt im Winter mit Glas ueberdacht und beheizt.
Sonntag war ich dann in einem alten Cafe und habe mir dort einen leckeren Milchshake und Pfirsichtorte gegoennt. Unbedingt empfehlenswert (Lake View @ Dundas and Ossington).
Nun war ich heute wieder arbeiten und habe gleich zwei super Nachrichten mit nach Haus gebracht. Erstens habe ich meinen englischen Notenspiegel fuer meine Masterbewerbung bekommen (und das rasend schnell, ich muss meine Meinung ueber das Pruefungsamt wohl nochmal ueberdenken). Und zweitens das Ergebnis vom Englischtest: Mehr als genug Punkte fuer Edinburgh, yippie!
So, nach viel Text werdet ihr euch bestimmt fragen, wo die Bilder geblieben sind. Ich verspreche euch, die reiche ich nach. In Toronto bin ich recht faul, wenn es ums Fotografieren geht, aber in Washington war ich fleissig.

Also dann bis bald!
Euer Tobi