Die ersten Club-Erfahrungen

Halli Hallo,

gestern Abend war es soweit: Meine erste wirkliche Party in der Ferne. Daran moechte ich euch gleich teilhaben lassen.
Fangen wir von vorn an. Es gibt hier zwei Moeglichkeiten, in einen Club zu gehen. Zum einen ist es der Club ¨Guvernment¨, von dem ich, so glaube ich mich erinnern zu koennen, schon im letzten Post berichtet habe. Dieser soll wohl wahrlich riesig sein, ein ganzer Komplex von Clubs. Er liegt direkt am Lake Ontario. Dorthin hat es mich jedoch nicht verschlagen – zumindest nicht gestern Abend. Die zweite Moeglichkeit sind zwei sehr nah beieinander liegende Strassen in Downtown, die voller Clubs und Bars sind.

Zunaechst war ich also dort einen Happen essen um dann auf die Suche nach einem passenden Club zu gehen. Bei der Auswahl hat eine Komponente den ausschlaggebenden Grund gegeben: Der Regen. Es wurde relativ schnell kalt und nass, also wurde der erstbeste Club genommen. Eintritt fuer Damen, wie sollte es anders sein, kostenlos. Fuer mich 15$, was 12 Euro entspricht. Ueblicherweise ist wohl ein Eintritt von 20$, also habe ich noch einen ¨guenstigen¨ Club erwischt. Zunaechst wird man mit einem grossen Security-Check empfangen. Ich habe mich gefuehlt wie am Flughafen – ich wurde komplett einmal von oben bis unten abgetastet. Fuer die Garderobe habe ich noch einmal 3$ geloehnt.

Aber es hat sich gelohnt! Einmal im Club war aller Regen vergessen. Die DJs haben super Musik aufgelegt und vom ersten Moment an war gute Stimmung. Und alles ein wenig anders, als gewoehnt. Zunaechst einmal die Kleidung der Damen – obwohl ich nicht recht sicher bin, ob es Kleidung als Begriff noch trifft. Ein Hauch von nichts scheint passender zu sein. Miniroecke sind hier (man bedenke, dass es bei etwa 5 Grad geregnet hat) der Normalzustand. Und mit Mini meine ich wirklich Mini. Mini mini. Strumpfhosen darunter? Fehlanzeige! Rutscht mal etwas hoch? Egal! Sitzend ohne die Beine uebereinander zu schlagen? Klar, wie sonst. Nicht die passende Figur fuer einen Minirock? Wird trotzdem angezogen.
Dann die Lautstaerke. Ich habe ja gedacht, ich bin von der einen oder anderen Beat Definition laute Musik gewoehnt. Aber das war teilweise nicht mehr nur laut, sondern einfach nur unbeschreiblich. Der Bass – Wahnsinn.
Auch scheint hier der Tanzstil etwas anders zu sein. Aber nichtsdestotrotz, es war wirklich ein gelungener Abend. Der viel zu schnell vorbei ging bzw. zu frueh geendet hat. Laut Gesetz ist hier der letzte Alkoholausschank um 2 Uhr. Eine Stunde spaeter hat der Club dann schon geschlossen – wie alle anderen (ausser dem Guvernment, der soll wohl bis 6 Uhr auf haben) auch. Dann begann das naechste Abenteuer, die Busfahrt. Die letzte U-Bahn faehrt bereits halb zwei, also muss man mit dem Bus fahren. Und das war ein weiter Weg ;-). Gluecklicherweise habe ich dann beim Umsteigen (nach einer Stunde Fahrt) auf einen anderen Bus drei weitere Studenten der York University getroffen und wir haben uns dann fuer den restlichen Weg ein Taxi geteilt. Die drei waren auch echt nett und wir haben die Kontaktdaten ausgetauscht, um beim naechsten Mal zusammen Feiern zu gehen.

Sonstige verrueckte Sachen: Getreu dem Motto ¨Lasst die Sektkorken knallen¨ wird hier der Sekt einfach mal ueber die Tanzflaeche verteilt. Zudem habe ich mich aehnlich gefuehlt wie in Singapur – sehr viele Asiaten. Und alle, auch die nicht-Asiaten, sind wahrlich nicht gross. Ich habe eindeutig mit zu den groessten im Club gezaehlt. Das gilt natuerlich fuer die ganze Stadt genauso, aber gestern ist es mir extrem aufgefallen.

So, das waren so die wichtigsten Eindruecke des ersten Clubbesuchs. Bis bald!
Euer Tobi